Umweltschonendes Fahren

Ist es überhaupt möglich, nachhaltig zu fahren? Ja, natürlich. Es ist völlig klar, dass es umweltfreundlichere Verkehrsmittel als Autos gibt - zum Beispiel das Fahrrad. Trotzdem gibt es im Sinne des nachhaltigen Lebens viele Ideen, Alternativen wie Carsharing-Angebote und Tipps & Tricks, um die Fahrt mit dem Auto so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Warum sollte ich umweltschonend fahren?

Rund 46 Millionen1 Diesel und Benziner beanspruchen bereits die deutschen Straßen und stoßen dabei durchschnittlich 146 Gramm2 Treibhausgase pro gefahrenem Personenkilometer aus. Hinzu kommen die CO2-Emissionen, die die Gewinnung des Kraftstoffs mit sich bringt - das wird in der Diskussion um die Umweltverträglichkeit meist nicht berücksichtigt. In jedem Fall unterstreichen diese Fakten die Tatsache, dass unser Verkehrssektor im Jahr 2020 für 19%3 der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich war. Das bedeutet, dass das Autofahren einen ganz entscheidenden Anteil am Klimawandel hat. Die Verkehrswende ist bereits in vollem Gange - wenn auch in einem langsamen Tempo. Schon heute fahren über 2,2 Milllionen Elektro- und Hybridfahrzeuge4 über Deutschlands Straßen. 

1 (Statista 2022) / 2 (Statista 2022) / 3 (Bundesregierung 2020) / 4 (Statista 2o22)

Umweltschonende Fahrweise

Der wichtigste Tipp für sparsames Fahren ist: Fahre sanft, gleichmäßig und flüssig. Denn alle Fahrvorgänge - Beschleunigen, Schalten, Bremsen - benötigen Energie. Als Fahrer hast du es in der Hand, den Energieverbrauch positiv zu beeinflussen. Vermeide scharfes Beschleunigen, abruptes Bremsen oder spätes Schalten. Dies erhöht nicht nur den Kraftstoffverbrauch, sondern auch den Verschleiß des Fahrzeugs. Versuche also, mit dem Verkehr zu "fließen".

Wer ein umweltfreundliches Auto fährt, tut sich bereits einen großen Gefallen. Denn umweltfreundlich fahren heißt, den eigenen Kraftstoffverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren und damit Geld zu sparen. Es ist sogar möglich, den Durchschnittsverbrauch des eigenen Autos dauerhaft zu senken.

Viele Autofahrer sind überrascht, dass sich zum Beispiel der Reifendruck auf den Schadstoffausstoß auswirken kann. Ist der Luftdruck in den Autoreifen zu niedrig, steigt der Rollwiderstand und damit der Benzin- und Dieselverbrauch. Hinzu kommen mögliche Gefahren durch schlechteres Fahrverhalten und längere Bremswege. Auch ein zu hoher Reifendruck ist ein Sicherheitsrisiko.

Auch ein zusätzliches Gewicht im Auto erhöht den Durchschnittsverbrauch. Nimm nur das Nötigste mit auf die Fahrt. Entferne zum Beispiel nach einem Ausflug zusätzliches Gewicht wie Gepäck und Dachgepäckträger. Diese wiegen nicht nur viel, sie erhöhen auch den Luftwiderstand. So verbraucht das Auto am Ende mehr Energie als nötig.

Manchmal kann eine längere Route aufgrund von Verkehr und anderen Problemen auf der Straße Zeit sparen, aber die zusätzlichen Kilometer können mit der Zeit die Umwelt belasten. Daher solltest du versuchen, Besorgungen in einer einzigen Fahrt zusammenzufassen und die kürzeste, effizienteste Route zu deinem Ziel zu finden. Versuche nach Möglichkeit, lange Fahrten zu den Hauptverkehrszeiten zu vermeiden - fahre zum Beispiellieber später am Abend oder früh am Morgen los.

Tipps im Überblick

  • Fahr mit Bedacht
  • Nutze den Vorteil der Start Stopp Methodik
  • Meide lange Leerlaufzeiten und schalte den Motor ab
  • Schalte frühzeitig und halte die Motordrehzahl niedrig
  • Optimaler Reifendruck spart Kraftstoff
  • Fahre sofort los, anstatt den Motor warmlaufen zu lassen
  • Transportiere nur das, was du wirklich brauchst
  • Fahre gleichmäßig und halte eine konstante Geschwindigkeit ein
  • Halte die Fenster geschlossen, wenn du mit hoher Geschwindigkeit unterwegs bist.

Lärmarme Fahrweise

Die Hauptgeräuschquelle bei Autos ist heutzutage in der Regel nicht der Motor oder der Auspuff, sondern die Reifen. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 35 Stundenkilometern ist das Reifengeräusch lauter als das Motorgeräusch. Reifengeräusche entstehen, wenn beim Abrollen des Reifens auf der Fahrbahn Luft verdrängt wird. Wie laut das Abrollgeräusch ist, hängt zum einen von der Fahrbahnoberfläche ab, aber auch in hohem Maße von der Qualität der Reifen und der Geschwindigkeit. Jeder kann mit leisen Reifen und einer angemessenen Fahrweise zum Lärmschutz beitragen.

Das EU-Reifenlabel informiert darüber, wie laut das externe Rollgeräusch eines Reifens ist. Mit diesem müssen seit November 2012 alle neuen Reifen für Pkw (Klasse C1), leichte Nutzfahrzeuge (Klasse C2) sowie schwere Nutzfahrzeuge (Klasse C3) gekennzeichnet sein. Das Reifenlabel informiert zudem über die Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand) und die Nasshaftung.

Auch die Fahrweise hat einen großen Einfluss darauf, wie laut ein Auto ist. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird das Abrollgeräusch immer lauter. Eine Verdoppelung der Geschwindigkeit bedeutet einen Anstieg der Lautstärke um etwa 10 Dezibel (A). Dies wird von den Menschen als eine doppelte Lautstärke wahrgenommen. Vor allem in Wohngebieten gibt es daher aus Lärmschutzgründen oft Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Wer langsam fährt, ist also leiser auf den Straßen unterwegs als jemand, der schnell fährt. Noch mehr kann man erreichen, wenn man gleichmäßig fährt und so Geräusche vermeidet, die beim Anfahren, Beschleunigen oder Bremsen entstehen.