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Die Rolle des Leasingnehmers: Pflichten und Vorteile

Leasing hat sich zu einer beliebten Option entwickelt, wenn es um die Beschaffung von Fahrzeugen oder anderen hochwertigen Gebrauchsgegenständen geht. Die Finanzierungsform bietet sowohl privaten Personen als auch Unternehmen die Möglichkeit, etwas zu nutzen, ohne selbst vollständig den Kauf als Eigentum umzusetzen. Bei einem solchen Geschäft entsteht ein Leasingvertrag zwischen einem Leasinggeber und dem Leasingnehmer, dessen Rolle in diesem Artikel näher beleuchtet wird.

Definition: Was ist ein Leasingnehmer?

Ein Leasingnehmer ist bei einem Leasinggeschäft die Gegenpartei des Leasinggebers. Leasingnehmer können Personen oder Unternehmen sein, die von einer Leasinggesellschaft ein Auto für einen bestimmten Zeitraum mieten. Sie sind dafür verantwortlich, die monatlichen Leasingraten zu bezahlen und das Leasingfahrzeug oder den gemieteten Gegenstand ordnungsgemäß zu nutzen. Dabei gelten Vereinbarungen aus dem beidseitig geschlossenen Leasingvertrag.

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Nutzungsrecht am Fahrzeug statt Eigentum

Leasingnehmer haben das Recht, das geleaste Auto während der Leasingdauer zu nutzen, ohne daran Eigentum zu erwerben. Darin besteht der größte Unterschied zum Autokauf, bei dem Käufer nach dem Erwerb auch zum Eigentümer des Fahrzeugs werden. Normalerweise haben Leasingnehmer die Option, den Leasingvertrag nach Ende der Leasinglaufzeit zu verlängern, das Auto danach zurückzugeben oder es zu einem vorher festgelegten Preis zu erwerben. Dieses Kaufrecht ist beispielsweise ein zentrales Merkmal des Vario-Leasings.

 

Leasingnehmer müssen Voraussetzungen erfüllen

Damit für einen Leasingnehmer ein Leasingvertrag mit einem Leasinggeber zustande kommt, bedarf es einiger Voraussetzungen:

· Mindestalter von 18 Jahren
· positive Bonität
· regelmäßiges Einkommen
· unbefristeter Arbeitsvertrag
· Unternehmen existiert länger als sechs Monate
· Vorlage einer betriebswirtschaftlichen Auswertung

Besitzt die Person, die sich für ein Leasing interessiert, nur einen befristeten Arbeitsvertrag, darf die Befristung für gewöhnlich nicht kürzer ausfallen als die gewünschte Leasingdauer.

 

Pflichten für Leasingnehmer

Während der Leasingdauer werden die Nutzungsrechte eines Fahrzeugs vom Leasinggeber auf den Leasingnehmer übertragen. Mit Abschluss des Vertrags müssen von beiden Seiten bestimmte Pflichten erfüllt werden. Diese Gebote sind im Leasingvertrag geregelt. Die Hauptleistungspflicht der Leasingnehmer ist das regelmäßige Zahlen der Leasingraten. Die Monatsraten decken die Nutzung, die Zinsen und den Wertverlust des Fahrzeugs ab.

Häufig sind Leasingnehmer auch dazu verpflichtet, das geleaste Fahrzeug auf eigene Kosten zu versichern. Diese Pflicht ist in den AGB des Leasinggebers vorgeschrieben. Darüber hinaus versteht sich die Maßgabe der sorgfältigen Nutzung des Leasingfahrzeugs von selbst. Entstehen Schäden aufgrund einer fahrlässigen Nutzung, müssen Leasingnehmer dafür finanziell aufkommen.

Viele Leasingverträge enthalten zudem eine Kilometerbegrenzung, die vorgibt, wie viele Kilometer mit dem Leasingauto insgesamt während der Laufzeit maximal zurückgelegt werden dürfen. Diese Begrenzung ist durch Leasingnehmer einzuhalten, denn bei gefahrenen MehrkilometernOpens in new window werden zum Leasingende zusätzliche Kosten anfallen.

Leasing: Leasingnehmer haben verschiedene Optionen

Leasingnehmer haben nach Ablauf der Leasinglaufzeit mehrere Optionen, was sie mit dem geleasten Fahrzeug machen. Sie können das Auto zurückgeben, es käuflich erwerben oder einen neuen Leasingvertrag abschließen.
  • Leasingrückgabe

    Es besteht immer die Option, das Leasingauto an den Leasinggeber zurückzugeben. Ausnahmen existieren bei zusätzlichen Vereinbarungen oder anderen Verpflichtungen, die sich aus der Leasingart oder dem Leasingvertrag ergeben. Bei der Rückgabe können weitere Kosten anfallen oder Aufwände entstehen, damit der Wagen beispielsweise im vereinbarten Zustand an den Leasinggeber zurückgeht.
  • Leasingkauf

    Leasingnehmer können das Fahrzeug am Ende der Leasingdauer auch zu einem vorher vereinbarten Kaufpreis erwerben. Der Schritt wird auch als Restwertkauf bezeichnet. Entscheiden sich Leasingnehmer dazu, das Auto zu kaufen, werden die bereits geleisteten Leasingzahlungen auf den Kaufpreis angerechnet.
  • Leasing-Anschlussvertrag

    Zum Ende der Leasingdauer kommt oft der Wunsch auf, ein anderes Fahrzeugmodell zu fahren. Leasingnehmer können deshalb einfach einen neuen Leasingvertrag mit dem Leasinggeber abschließen.

Vorteile als Leasingnehmer

Personen, die ein Fahrzeug leasen, genießen durch Leasingverträge einige Vorteile. Die finanzielle Planung der monatlichen Leasingraten und die damit verbundene Sicherheit gehören dazu. Flexibel wählbare Laufzeiten von zwölf, 24 oder 36 Monaten können ein Leasingangebot ebenfalls attraktiv machen. Das gilt ebenfalls für kürzere Leasingdauern, auch wenn hierfür das Auto-Abo möglicherweise eine interessantere Alternative ist.

Da es sich bei Leasingfahrzeugen häufig um Neuwagen handelt, besteht immer die Gelegenheit, die aktuellen Automodelle mit modernster Ausstattung zu fahren. Die flexiblen Laufzeiten ermöglichen innerhalb kürzester Zeit einen Fahrzeugwechsel. Außerdem fallen teure Reparaturen aufgrund von Verschleiß weg, weil sich durch die überschaubare Nutzungsdauer das Risiko von Reparaturen bei Leasingfahrzeugen in Grenzen hält.

Haben Leasingnehmer auch Steuervorteile?

Gewerbliche Leasingkunden profitieren zusätzlich auch finanziell vom Leasing. Gewerbekunden, Freiberuflern und Unternehmen ist es erlaubt, die Monatsraten für geleaste Fahrzeug in voller Höhe als Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen. Leasingfahrzeuge tauchen nicht in der Bilanz der Gewerbekunden auf, sondern in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Dadurch hat Leasing keine Auswirkungen auf den Verschuldungsgrad des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote als wichtiger Indikator für die Kreditwürdigkeit von Gewerbekunden bleibt unbelastet.

 

Gibt es Nachteile für Leasingnehmer?

Wo Vorteile existieren, kann es auch sein, dass der Abschluss eines Leasingvertrages zu Nachteilen führt. Leasingnehmer gelten während der Leasinglaufzeit nicht als Eigentümer des Leasingautos, das weiterhin im Eigentum des Leasinggebers verbleibt. Bei einem Unfall mit dem Leasingfahrzeug und daraus entstandenen Schäden sind Leasingnehmer dazu angehalten, den Anweisungen des Leasinganbieters zu folgen.

Befindet sich das Auto bei der Leasingrückgabe nicht in einem vertragsgemäßen Zustand, entstehen für den Leasingnehmer mehrere Verpflichtungen zum Nachbessern und Reparieren. Auch hier darf der Leasinggeber auf Basis der vertraglichen Vereinbarungen bestimmen, in welcher Fachwerkstatt die Reparaturen durchgeführt werden. So sind über die vereinbarte Leasingzeit auch Reparaturen in einer freien Werkstatt ausgeschlossen.

Leasingnehmer sollten auf jeden Fall einen weiteren wichtigen Punkt bedenken. Einen Leasingvertrag früher zu beendenOpens in new window, ist nur selten und in Ausnahmefällen umsetzbar. Eine Alternative und praktische Lösung wäre die LeasingübernahmeOpens in new window.

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